Show Menu MENU
Bereich Innovation und Beratung Logo

Schwerpunkte für die Fortbildung 2018/2019


Lernen in heterogenen Gruppen

Ziel der Schwerpunktsetzung:

  • Sensibilisierung der Fortbildungsplanenden: Lernen in heterogenen Gruppen ist Bildungsrealität, Fortbildung muss dieser Tatsache gerecht werden
  • Verankerung des Anspruches auf einen differenzierten und individualisierten Unterricht in der Fortbildungsplanung
  • Ausarbeitung von Möglichkeiten und Chancen, das Lernen in heterogenen Gruppen in den unterschiedlichen Fortbildungsformen und Fortbildungsbereichen zu festigen

Die Lerngruppen in Kindergärten und Schulen werden von Jahr zu Jahr heterogener:

  • Die Anzahl an Kindern mit anderen Sprachen und aus anderen Kulturen nimmt zu,
  • die Verhaltensauffälligkeiten manifestieren sich früher und zeigen unterschiedlichere Ausprägungen,
  • Lernschwächen werden bewusster wahrgenommen,
  • der Stand in der persönlichen Entwicklung und in den Lernergebnissen umfasst in einer Lerngruppe eine immer größer werdende Breite.

Neben der Beratung brauchen die pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten, die Lehrpersonen aller Schulstufen sowie der Berufs- und Musikschulen noch mehr Unterstützung durch die Fortbildung.

Von Bedeutung sind die folgenden Aspekte; sie sind für alle Fortbildungsveranstaltungen zentral –  auch fachdidaktische Seminare greifen diese auf:

  • kooperative Lernangebote und kompetenzorientierte Aufgabenstellungen als Unterstützung für differenzierte Lernangebote
  • sprachsensibler Unterricht, der bewusst den unterschiedlichen Sprachstand berücksichtigt und darauf reagiert
  • kultursensibler Unterricht, der bewusst die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe berücksichtigt und darauf reagiert
  • Erarbeitung von individuellen Bildungsplänen und Bewertungsformen, die die individuellen Lern- und Entwicklungsfortschritte in den Mittelpunkt stellen
  • Förderung von besonderen Begabungen
  • Formen von e-Learning als Beitrag zur Differenzierung
  • Reflexion der Lehrpersonen in Bezug auf Haltungen und Verhaltensweisen sowie der eigenen Rolle

 Umsetzung des Schwerpunktes:

  • Weiterführung des Schwerpunktes in der Handreichung zur FB-Planung 2018/2019
  • Angebote zur Teamarbeit in Schulen
  • Angebote zum Sprach- und kultursensibler Unterricht
  • Angebote zu individualisiertem Lernen

Berufseingangsphase

Ziel der Schwerpunktsetzung:

  • Begleitung der Berufseingangsphase als wichtigste Fortbildungsphase für junge Lehrer und Lehrerinnen
  • Unterstützung der Lehrpersonen in der verpflichtenden Berufseingangsphase (laut Bildungsgesetz)

Die Berufseingangsphase ist ein prägender Zeitraum für die professionelle Entwicklung junger Lehrpersonen. Die Lehrer und Lehrerinnen haben ihr Studium abgeschlossen und haben sich bewusst entschieden, in diesen Beruf einzusteigen. Die Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit, die während des Studiums angeeigneten theoretischen Kenntnisse und die ersten Erfahrungswerte aus den Praktika werden auf die Probe gestellt und auf ihre Tauglichkeit im täglichen Handeln in der Klasse überprüft. So bilden sich in den ersten Jahren die Grundüberzeugungen über Lehren und Lernen und die wichtigsten Handlungsmuster heraus, die dann häufig ein Lehrerleben lang Bestand haben.

Ein Unterstützungskonzept  wurde ausgearbeitet, das die Lehrpersonen in der Berufseingangsphase sinnvoll und praxisnah begleiten soll.

Umsetzung des Schwerpunktes:

  • Austausch und Zusammenarbeit mit der bereichsübergreifenden Arbeitsgruppe, die das Konzept für die neue Berufseingangsphase entwickelt hat.
  • Im Schuljahr 2017/2018 Durchführung der Fortbildung für das 1. Jahr der Berufseingangsphase nach dem neuen Konzept auf der Grundlage des Beschlusses der Landesregierung
  • Im Schuljahr 2018/2019 Durchführung der Fortbildung für das 2. Jahr der Berufseingangsphase sowie Start eines neuen Zyklus Berufseingangsphase.

Mehrsprachigkeit

Ziel der Schwerpunktsetzung:

  • Sensibilisierung der Fortbildungsplanenden für den Mehrwert der Mehrsprachigkeit und die Notwendigkeit ihrer Förderung
  • Verankerung der Mehrsprachigkeitsdidaktik in der Fortbildungsplanung

Die Mehrsprachigkeit verschafft den heutigen und zukünftigen Generationen von Schülerinnen und Schülern oft den entscheidenden Vorteil im Studium im In- und Ausland und auf dem internationalen und lokalen Arbeitsmarkt. Südtirols Klassen sind durch die steigende Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit anderen Sprachen und aus anderen Kulturen immer heterogener und mehrsprachiger. Dies erfordert eine Öffnung zu und einen bewussten Umgang mit Mehrsprachigkeit, die mit kultureller und interkultureller Bildung einhergehen muss.

Die deutsche Schule in Südtirol stellt sich bewusst der Herausforderung, die Förderung der Mehrsprachigkeit als eines ihrer vorrangigen Ziele zu setzen. Mehrsprachigkeit wird als Reichtum angesehen, als kultureller Schatz und als Chance für vielfältige Kommunikation. In einer Mehrsprachigkeitsdidaktik, die der Schulsprache Deutsch die nötige Aufmerksamkeit widmet, befruchten sich mehrere Sprachen gegenseitig und können das Sprachbewusstsein erhöhen.

Ganz in diesem Sinne hat die Landesregierung am 1. Dezember 2015 mit Beschluss Nr. 1383 ein Maßnahmenpaket zur „Förderung der Mehrsprachigkeit in der deutschen Schule (2016 – 2020)“ beschlossen.
Es wird nun Aufgabe der Landesfortbildung sein, die Lehrpersonen zu einer Mehrsprachigkeitsdidaktik zu befähigen, durch welche Schülerinnen und Schüler jene mehrsprachigen Kompetenzen entwickeln können, die sie brauchen werden.

Umsetzung des Schwerpunktes:

  • Planung eines vermehrt schulstufenspezifischen Fortbildungsangebotes auf der Grundlage des Mehrsprachencurriculums Südtirol
  • Planung eines längerfristigen Angebotes für alle Schulstufen im Bereich Mehrsprachigkeitsdidaktik: Theorie und Praxis